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Die App Reisen durch Raum und Zeit nimmt Besucher:innen mit auf einen unterhaltsamen Rundgang durch die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Gravenhorst in Hörstel, Kreis Steinfurt in NRW. Heute befindet sich in der ehemaligen Klosteranlage das DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Der Ort hat eine unverwechselbare Geschichte seit dem 13. Jahrhundert. Die App Reisen durch Raum und Zeit rekonstruiert die verschiedenen Bauphasen der Klosterentwicklung. Sie führt von den Anfängen der Klostergeschichte, als sich adelige Töchter entschlossen, in Gravenhorst ein gottesfürchtiges Leben zu führen, bis in die nachklösterliche Zeit, als sich ein Start Up ansiedelte, um die erste Dampfmaschine in Westfalen zu bauen. Sie bringt Alltagsgegenstände, die bei archäologischen Grabungen vor Ort gefunden wurde, virtuell zurück, und erklärt, warum im Kloster eine Schule eingerichtet wurde. Sie macht das Leben zur Klosterzeit und in den Zeiten danach wieder lebendig und schärft das Bewusstsein für die Gewordenheit von Architektur und Landschaft.

In 18 Stationen führt die App Reisen durch Raum und Zeit interaktiv über das Außengelände und durch Innenräume. Der Weg kann frei gewählt werden. Jede Station erzählt eine abgeschlossene Geschichte. Ein Audioclip, bzw. Film führt in das jeweilige Thema ein, es folgen multimediale Vertiefungsebenen mit 3-D-Rekonstruktionen, Rundflügen, Filmen, Bildern, Quellen und Texten. Vor Ort wird die Geschichte besonders erlebbar, doch die App macht auch einen virtuellen Besuch von zu Hause oder unterwegs möglich.

Die App steht in deutscher, englischer, niederländischer und in leichter Sprache zur Verfügung.

  1. Das Kloster im Wandel der Zeit

  2. Die Klostergründung

  3. Der Westflügel

  4. Der Kapitelsaal

  5. Die Klosterküche

  6. Der Südflügel

  7. Wasserversorgung

  8. Stille Örtchen

  9. Backen und Brauen

  10. Krieg und Frieden

  11. Schuppentiere und Sommerfrische

  12. Die Mühle

  13. Barocke Umgestaltung

  14. Die Kirche

  15. Die Bibliothek

  16. Kreuzgang und Klausur

  17. Dampfmaschinenfabrik

  18. Nonnenpättken

Das Kloster Gravenhorst wurde im Jahr 1256 durch den Ritter Konrad von Brochterbeck und seine Frau Amalgardis von Budde als Zisterzienserinnenkloster gegründet. Ihre Tochter Oda wurde die erste Äbtissin. Die Stifterfamilie schuf sich mit dem Kloster einen Ort des Gedenkens. Aus Verwüstungen und Bränden ging das Kloster immer wieder größer und schöner hervor. Noch während des Dreißigjährigen Krieges baute es die Äbtissin Maria Grothaus zu Grone als Manifestation des Katholizismus wieder auf. Der Renaissancegiebel am Südflügel ist ein architektonischer Beleg für die Erneuerung des Klosters im 17. Jahrhundert. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Gravenhorst im Stile barocker Schlossarchitektur umgebaut. 1808 kam im Zuge der Säkularisierung die Auflösung, die letzten Zisterzienserinnen verließen Gravenhorst im Frühjahr 1811. Die Klosterkirche wurde in eine Pfarrkirche umgewandelt, die Anlage als Gutsbetrieb verpachtet. Zwei „Entrepreneurs“, Andreas Uthoff und Franz Anton Egells, bauten zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Kloster Gravenhorst eine Dampfmaschine. Sie konnten 1819 die preußische Gewerbeförderung noch nicht überzeugen, doch diente Gravenhorst ihnen als Sprungbrett für erfolgreiche wirtschaftliche Unternehmungen, die bei Uthoff zum Gießereiunternehmen in Bremen, bei Egells zur Maschinenbaufabrik in Berlin führten. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Gravenhorst eine Schank- und Gastwirtschaft konzessioniert, die bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts als beliebter Ausflugsort galt. Im Rahmen der REGIONALE links und rechts der Ems 2004 wurde das Kloster zum Kunsthaus umgebaut. Als Denkmal ist es – mit seinem spartenübergreifenden Kulturprogramm, partizipativen Kunstprojekten, sowie internationaler Licht- und Klangkunst – heute ein überregional bedeutsamer, kulturtouristischer Ort.

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22.2.2023.1 Last updated: 2023-02-22
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2022-10-15
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